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	<title>Technologie und Wahrnehmung Archives - Sabine Walther - Language Services</title>
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	<title>Technologie und Wahrnehmung Archives - Sabine Walther - Language Services</title>
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		<title>Buchempfehlung: Der Leser, der verschwand</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jan 2026 13:35:27 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>von David L. Ulin. Originaltitel: The Lost Art of Reading – Why Books Matter in a Distracted Time. Dänischer Titel: Læseren der forsvandt ”Hvordan kan vi holde en pause, når vi skal vide alt med det samme? Hvordan kan vi ruminere, når der konstant er en forventning om, at vi skal svare?” „Wie können wir...</p>
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<h3 class="wp-block-heading">von David L. Ulin. Originaltitel: The Lost Art of Reading – Why Books Matter in a Distracted Time.</h3>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dänischer Titel: Læseren der forsvandt</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">”<em>Hvordan kan vi holde en pause, når vi skal vide alt med det samme? Hvordan kan vi ruminere, når der konstant er en forventning om, at vi skal svare?”</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">„<em>Wie können wir innehalten, wenn wir alles sofort wissen müssen? Wie können wir nachdenken, wenn ständig von uns erwartet wird, dass wir reagieren?</em>“</p>



<h3 class="wp-block-heading">„Der Leser, der verschwand“</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Stell dir vor, du gehst zum ersten Mal in eine dir noch unbekannte Bibliothek. Neugierig durchstreifst du die Räumlichkeiten, ziehst hier etwas heraus, stellst dort etwas zurück, freust dich, alte „Bekannte“ zu treffen, und suchst nach dem einen Buch, das dir jetzt gefallen könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann hältst du es plötzlich in Händen, ohne dass ein Algorithmus es dir vorgeschlagen hat, einfach, weil du deiner Intuition gefolgt bist. Noch interessiert es dich nur, der Titel klingt nach etwas, was dich begeistern könnte. Zu Hause nimmst du es zur Hand, vertiefst dich darin und findest dich in einem großen Erstaunen wieder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn aus all den Tausenden von Büchern hast du ausgerechnet jenes ausgesucht, das dich mitten ins Herz trifft und einen verdorrten Zweig neu aufblühen lässt: die Liebe zum Lesen als inniger Akt der Versenkung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sich die Welt zu eigen machen: Lesen als stummer Dialog</h2>



<p class="wp-block-paragraph">In „Læseren der forsvandt” geht David L. Ulin auf 190 Seiten der Frage nach, was das Lesen eigentlich (für ihn) bedeutet. Er nimmt uns mit in die Anfänge seiner Leserbiografie, die von Ungeduld und einem Lesehunger geprägt war, der sich nicht als wählerisch erwies, sondern Gefallen an verschiedenen Geschmacksrichtungen fand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ulin beschreibt die Intimität, die einst zwischen Leser und Buch bestand, die Stille des Momentes, die es ermöglichte, ganz in eine fremde, neue Welt einzutauchen; das Gefühl, Teil von etwas Großem, die Welt und die Zeit Umspannenden zu sein: einer Literatur, in der alles aufeinander Bezug nimmt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Intensität des Lesens ist für heutige Leser und Leserinnen kaum noch nachvollziehbar, auch dann nicht, wenn sie sich sehnsuchtsvoll daran erinnern. Denn Lesen ist nicht nur die Kunst, in einen stummen Dialog mit der Welt der anderen zu treten, Lesen verlangt auch die Disziplin und die Möglichkeit, sich zurückzuziehen, sich der Welt zu nähern, indem man ihre beständigen Angebote, sich abzulenken, dankend zurückweist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Lesen als Akt des Widerstandes</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Lesen, wie man es in vordigitalen Zeiten gelernt und ausgeübt hat, lässt sich daher heute schon wie ein Akt des Widerstandes begreifen, Widerstand gegen das Überschüttetwerden mit Worten, Geräuschen, Informationen, Zeichen, Filmen, Bildchen und Diskussionen, die, ohne dass wir Fragen nach deren Sinnhaftigkeit stellen, ununterbrochen auf Bildschirmen aufploppen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst der geübteste Leser ertappt sich dabei, dass er während des Lesens schon wieder daran denkt, noch eine Mail zu öffnen, einem Link zu folgen, eine Information zu überprüfen oder dies und das am Laptop zu erledigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er sieht sich zudem einer Informationsflut ausgesetzt, in der er beständig aufgefordert ist, alles sofort wissen zu müssen, auf alles eine Antwort zu haben, ohne dass es noch einen Zusammenhang zwischen den Fragen oder Nachrichten gibt, die täglich auf uns einprasseln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig sieht er sich mit einem Verlust an Ausdrucks- und Differenzierungsfähigkeit konfrontiert, die dazu beiträgt, dass nur noch allerbanalste Gedanken und Informationen verstanden und verarbeitet werden können. Denn anders als die Sprache, ist das Bild bezogen aufs Individuum nicht interaktiv, im Gegenteil:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>”Her har vi den vigtigste forskel mellem bøger og billeder, levende eller andre – den måde førstnævnte kommer indefra og ud, mens det er omvendt med sidsnævnte. Sprog er indvendigt, det beder os om at skabe </em><strong>vores</strong><em> billeder, </em><strong>vores</strong> <em>film, </em><strong>vores</strong><em> virkelighed ud fra andre menneskers ord. Det er kilden til dets kraft, at det er interaktivt i ordets mest oprindelige betydning.</em>”</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Hier haben wir den wichtigsten Unterschied zwischen Büchern und Bildern, ob bewegt oder nicht – die Art und Weise, wie erstere von innen nach außen kommen, während es bei Letzteren umgekehrt ist. Sprache ist inwendig, sie fordert uns auf, <strong>unsere</strong> Bilder, <strong>unsere </strong>Filme, <strong>unsere</strong> Realität aus den Worten anderer Menschen zu erschaffen. Das ist die Quelle ihrer Kraft, dass sie im ursprünglichsten Sinne des Wortes interaktiv ist.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Lesevergnügen, das hoffen lässt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Doch ist „Der Leser, der verschwand“ beileibe keine technikfeindliche oder einseitig nostalgische Rückschau. Was nach einer aussichtslosen Geschichte klingt, wird getragen von der Hoffnung, dass das Lesen selbst als Kulturtechnik nicht verschwinden wird, auch wenn es sich verändert. Ob diese Hoffnung Bestand haben kann, oder ob sie lediglich aus dem Wunsch rührt, in der Welt, in die die eigenen Kinder hineinwachsen, noch etwas Tröstliches zu finden, lasse ich dahingestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ulin selbst leistet aus meiner Sicht mit diesem Buch einen großartigen Beitrag dazu, uns Leser und Leserinnen daran zu erinnern, wie atemberaubend oder atemberuhigend und intensiv das Lesen einmal für uns war und vielleicht, wenn wir uns diese Fähigkeit zurückerobern, zumindest annähernd wieder sein könnte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Lesenswerte Zusammenschau: persönliche Erinnerung und fachliche Einordnung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ulins essayistischer, wortgewandter Schreibstil, sein beeindruckendes Wissen um die amerikanische, aber auch um die internationale Literatur machen das Lesen zu einem Vergnügen, auch wenn man wie ich noch mit der dänischen Sprache ringt. Persönliche Erfahrungen werden um fachliche Ausführungen ergänzt, die kurz und leicht verständlich erklären, wie&nbsp; moderne digitale Technologien auf unsere Fähigkeit zum Lesen einwirken, wie sie innerhalb kürzester Zeit unsere Hirnaktivität sowie Wahrnehmung verändern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus geht Ulin auf den Wandel der Kommunikationsformen ein, in dem wir uns nun seit mehreren Jahrzehnten befinden, und vergleicht ihn mit eben jener Epoche, in der die Druckerpresse den Übergang von einer oralen zu einer schriftbasierten Ordnung ermöglichte, mit ebenso großartigen wie fatalen Auswirkungen für den einzelnen wie für die geostrategische „Neuordnung“ der Welt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben Autoren wie F. Scott Fitzgerald (Der große Gatsby) oder Franz Kafka (Die Verwandlung) werden daher auch bedeutende Medientheoretiker wie Marshall McLuhan oder Walter J. Ong zitiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Læseren der forsvandt” umfasst in dänischer Sprache 196 Seiten. Das Buch erschien ursprünglich in englischer Sprache unter dem Titel: <em>The Lost Art of Reading – Why Books Matter in a Distracted Time.</em> Mir gefällt der dänische Titel deutlich besser, weil er mit der Vieldeutigkeit dieses Verschwindens und mit der Fähigkeit spielt, zwei Gedanken, die einander widersprechen, zu denken, ohne darüber verwirrt zu sein. Eine Kunst, die Ulin zufolge, insbesondere Autoren und Leser eint und die in den endlosen Onlinedebatten heute kaum noch vorzufinden ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Autor, Übersetzerin, Verlag</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Kritiker, Essayist, Herausgeber, Schriftsteller, Dozent: Der Amerikaner <strong><a href="https://davidulin.com" target="_blank" rel="noreferrer noopener">David L. Ulin</a></strong> ist durch und durch ein Mann des Buches. Ein Leser, der nicht nach Inhalten oder Informationen jagt, sondern den Akt des Lesens selbst genießt. Ausgangspunkt für das vorliegende Buch ist ein Essay, den er für die Los Angeles Times schrieb; Anlass war ein Gespräch mit seinem Sohn über das Lesen, das Ulin zu der schmerzhaften Einsicht brachte, dass sich seine eigene Art zu lesen bereits an das Brummen des digitalen Zeitalters angepasst hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ins Dänische übertragen wurde das Buch von der dänischen Übersetzerin und Autorin <strong><a href="https://da.wikipedia.org/wiki/Lotte_Kirkeby" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Lotte Kirkeby Hansen</a></strong>. Hansen hat mehrere Fachbücher mit herausgegeben, 2016 debütierte sie als Novellenautorin, 2019 wurde ihr erster Roman <em>De Nærmeste </em>für den dänischen Radiopreis nominiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der <a href="https://jensenogdalgaard.dk/shop/non-fiktion/362-jd.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Verlag <strong>Jensen &amp; Dalgaard</strong> </a>ist ein inhabergeführter Buchverlag mit den Schwerpunkten Belletristik, Sachbuch („Gesellschaft und Existenz“) und Kinderbuch. Beim Stöbern auf den Verlagsseiten fielen mir nicht nur weitere spannende Titel auf, auch die Liebe zur Gestaltung fällt hier sofort ins Auge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die englischsprachige Ausgabe unter dem Titel „The Lost Art Of Reading“ findet ihr auf allen bekannten Verkaufsseiten, als Printausgabe und als E-Book, <a href="https://www.amazon.com/Lost-Art-Reading-Matter-Distracted/dp/1570616701" target="_blank" rel="noreferrer noopener">zum Beispiel bei Amazon.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Bibliografische Angaben</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Titel: Læseren der forsvandt – Bogens betydning i en distraheret tid</p>



<p class="wp-block-paragraph">Autor: David L. Ulin</p>



<p class="wp-block-paragraph">Übersetzerin: Lotte Kirkeby Hansen</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verlag und Jahr: Jensen &amp; Dalgaard, 2019</p>



<p class="wp-block-paragraph">ISBN: 978-87-7151-515-2</p>



<p class="wp-block-paragraph">Preis: 268,00 kr.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Happy Birthday, Charlie Chaplin!</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Apr 2025 13:59:57 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>„Wir sollten am Glück des anderen teilhaben und nicht einander verabscheuen.“ Ich kenne nur wenige Filme von Charlie und Chaplin, doch wenn ich den Namen des herausragenden Künstlers höre, fällt mir – wie gewiss vielen anderen auch – sofort die ergreifende Schlussrede aus seinem Film „Der große Diktator“ ein. Auch das obige Zitat ist dieser...</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><em>„Wir sollten am Glück des anderen teilhaben und nicht einander verabscheuen.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich kenne nur wenige Filme von Charlie und Chaplin, doch wenn ich den Namen des herausragenden Künstlers höre, fällt mir – wie gewiss vielen anderen auch – sofort die ergreifende Schlussrede aus seinem Film „Der große Diktator“ ein. Auch das obige Zitat ist dieser Rede entnommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">——————–</p>



<p class="wp-block-paragraph">Chaplins bekannte Schlussrede in „Der große Diktator“ ist so mitreißend, man kann sich als schreibender Mensch eigentlich nur wünschen, selbst einmal solche zu Herzen gehenden Worte aufs Papier oder in die Tasten zu bringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
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<p class="wp-block-paragraph">Und doch beschleicht mich jedes Mal, wenn ich die Rede höre, Unbehagen. Ein mit jedem Wort zunehmendes Unbehagen, weil die Worte, die Chaplin als großer Diktator spricht, nicht mit der Art übereinstimmen, wie er sie spricht: fanatisch. Im Grunde zeigt er in dieser Szene, dass selbst die besten Ideen und Absichten sich in ihr Gegenteil verkehren, wenn sie nicht in Menschlichkeit und Zuneigung geäußert werden. Wenn sie sich vom Hass nähren, und sei es auch der Hass auf das „Verkehrte“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In <a href="https://sabinewalther.eu/autorin/objektiv/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">meinem dystopischen Roman „Objektiv</a>“ folge ich genau dieser These: Wir Menschen haben die Neigung, das Gute in ein Schlechtestes zu verkehren, weil wir das, was gut ist, immerzu zu einem Besseren und Besten vorantreiben wollen – gelenkt und geleitet nicht von Menschlichkeit und Zuneigung, sondern von Fanatismus, Profitgier, Streben nach Macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und so ist es auch kein Zufall, dass mein Protagonist Alexander, der in der besten Absicht an einer Erfindung arbeitet, die die Menschheit von ihrer Verrohung und sozialen Kälte heilt, sich auf Chaplin bezieht und dessen Rede zitiert. So heißt es im Roman:</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir haben durch den jahrzehntelangen törichten Umgang mit audiovisuellen Technologien den Kontakt zwischen Sehen und Fühlen zerstört. Statt die Wirkungen dieser Medien zu kontrollieren, haben wir rein gewinnorientiert gearbeitet. Damit muss jetzt Schluss sein, wenn wir wirklich etwas für den Frieden und das Gemeinwohl tun wollen. Statt wie bisher Gaffer und empfindungslose Zuschauer zu produzieren, greifen wir jetzt aktiv in die Evolution des Sehens ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir von Neoworlds nehmen die Herausforderung dieses Jahrhunderts an. Wir setzen um, was schon der große Chaplin einst in seiner visionären Rede vorwegnahm. Wir werden weder herrschen noch irgendwen erobern, sondern jedem Menschen helfen, wo immer wir können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">‚<em>Den Juden, den Heiden, den Farbigen, den Weißen. Jeder Mensch sollte dem anderen helfen, nur so verbessern wir die Welt. Wir sollten am Glück des anderen teilhaben und nicht einander verabscheuen. Hass und Verachtung bringen uns niemals näher</em>‘“, zitierte er sodann Chaplins großartige Rede aus dem Gedächtnis.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Neogaze Empathy wird dazu beitragen, dass wir Hass und Verachtung überwinden. Wir werden nicht allein in der Lage sein, Menschen neu sehen zu lernen. Wir werden auch in der Lage sein, Wahrnehmung und Fühlen so zu beeinflussen, dass jeder, der unsere Technologien nutzt, unfähig wird, zu hassen oder anderen Menschen etwas Böses anzutun.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn ‚<em>zuerst kommt die Menschlichkeit und dann erst die Maschinen</em>‘. Wir von Neoworlds haben das verstanden. Und wir garantieren:&nbsp; Das Zeitalter des Wassermanns wird kommen, wenn wir gemeinsam daran arbeiten, es zu verwirklichen. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was Alexander da mit Leidenschaft vorträgt, ist das Ergebnis eines Fanatismus, der um jeden Preis heilen will, und das Gute in ein Gut, in eine Ware verwandelt. Doch wird es noch eine Weile dauern, bis auch mein Protagonist dies begreift und … Nein, mehr gespoilert wird nicht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Stattdessen bedanke ich mich beim Meister für die großartigen Gedanken und für die Zweifel und Ermutigung zur Selbstreflexion, die er uns mit dieser Szene geschenkt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Charlie Chaplin wurde am 16.04.1889 in London geboren. Heute wäre also sein 136. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch einem großartigen Meister der Filmkunst und gewiss auch der Menschlichkeit, der 1977 nach einem erfüllten und inspirierenden Leben verstarb.</p>
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		<title>Leseempfehlungen und Hintergrundmaterial zu meinem Roman: Objektiv – nutze die Zeit, bevor s i e dich benutzen</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Mar 2023 14:55:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>In meinem Roman „Objektiv – Nutze die Zeit, bevor sie dich benutzen“ versucht der Protagonist, Alexander Weinberg, eine sogenannte Empathie-Brille zu entwickeln. Mithilfe dieser Brille sollen Gaffer und Gewalttäter therapiert werden, sodass sie Empathie mit ihren Opfern empfinden. Als ich den Roman zu schreiben begann, war ich noch davon überzeugt, dass ich mir all das...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">In meinem Roman „<a href="https://sabinewalther.eu/autorin/objektiv/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Objektiv – Nutze die Zeit, bevor sie dich benutzen</a>“ versucht der Protagonist, Alexander Weinberg, eine sogenannte Empathie-Brille zu entwickeln. Mithilfe dieser Brille sollen Gaffer und Gewalttäter therapiert werden, sodass sie Empathie mit ihren Opfern empfinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich den Roman zu schreiben begann, war ich noch davon überzeugt, dass ich mir all das nur ausgedacht hatte. Wie groß war daher mein Erstaunen, als ich während der Recherchen entdecken musste, dass all das, was ich mir zusammenfantasierte, tatsächlich bereits stattfand. Dies gilt nicht allein für den Traum, eine Empathie-Brille schaffen zu können. Es gilt auch für die weitergehenden Versuche, Menschen mithilfe von VR und AR in Form von Kontaktlinsen, Brain-Computer-Schnittstellen oder über Proteine zu manipulieren. Die folgende Leseliste gibt einen kleinen Einblick in die Schriften und Medien, die ich vorbereitend durchforstete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich geht das Szenario, das ich in meinem Roman entwerfe, noch weit über das derzeit Realisierbare hinaus. Nicht aber über die Träume all jener, die daran arbeiten, dieses Szenario umzusetzen – mit welchen noblen Absichten auch immer. Und die schrecklichen Ereignisse im ersten Quartal 2023 deuten darauf hin, dass sich die Situation – befeuert vielleicht auch durch die Isolation vieler Jugendlicher während der Pandemie und den vermehrten Zugriff auf visuelle Medien – verschärft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Liste ließe sich daher endlos verlängern – bietet aber schon einen guten Einstieg in die verschiedenen Teilaspekte. Vielleicht habt ihr aber auch noch einen interessanten Artikel oder ein Video entdeckt, der/das sie sinnvoll ergänzen könnte? Dann verlinkt dies gern in der Kommentarspalte! (Wird vor Veröffentlichung manuell geprüft.)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Übersicht ist leider noch sehr chaotisch – ich bitte dies zu entschuldigen. Sobald ich mehr Zeit habe, werde ich alles ein wenig ordnen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Gewalt und neue Technologien</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gewalt unter Jugendlichen ist nun wirklich nichts Neues, aber ein modernes Phänomen ist das sogenannte <a href="https://www.kinder.de/ratgeber-1/gewalt-praevention/das-phaenomen-happy-slapping/embed/#?secret=t4QwyLh5KB" type="link" id="https://www.kinder.de/ratgeber-1/gewalt-praevention/das-phaenomen-happy-slapping/embed/#?secret=t4QwyLh5KB" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Happy Slapping“.</a> „Beim ‚Happy Slapping‘ wird eine Person meist von mehreren jugendlichen Tätern angegriffen, geschlagen und gedemütigt. Das geschieht oft einzig […] aus dem Grund, die Tat mit dem Handy zu filmen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Cyber-Mobbing ist für die meisten jungen Menschen eine grässliche Realität geworden. Die GEW Berlin hat eine <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.gew-berlin.de/public/media/Cyber-Mobbing_ist_nicht_cool_2017.pdf" target="_blank">Studie zum Thema Cyber-Mobbing</a> unter Jugendlichen veröffentlicht, die erschreckende Zahlen offenbart.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht alle sind Opfer, viele werden auch zu Tätern. In Hamburg beispielsweise vergewaltigten Jugendliche ein betrunkenes Mädchen, filmten ihre Tat und warfen die junge Frau dann mitten im Winter halbnackt auf die Straße. Im S<a rel="noreferrer noopener" href="https://www.welt.de/regionales/hamburg/article158926643/Von-ihren-Peinigern-zum-Objekt-herabgewuerdigt.html" target="_blank">trafverfahren vor dem Hamburger Landgericht</a> urteilte der Richter: Sie wurde von ihren Peinigern nicht wie ein Mensch behandelt, sondern „zu einem Objekt herabgewürdigt“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über Prügelvideos <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.tagesspiegel.de/berlin/pruegel-attacke-in-berlin-kreuzberg-gewalt-video-zeigt-brutalen-angriff-auf-schuelerin/9325030.html" target="_blank">berichtete auch der Tagesspiegel</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">und auch im Netz werdet ihr fündig, wenn ihr euch das wirklich antun wollt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jugendliche prügeln auf 14-Jährige ein und stellen Video ins Netz:</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="Prügel-Video: Mädchen-Gang schlägt auf 14-Jährige ein" width="650" height="366" src="https://www.youtube.com/embed/gSE0pWY6ung?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
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<p class="wp-block-paragraph">Ein etwas hilfloser Erklärungsversuch über <strong>Gaffer und ihr Verhalten bei einem Suizidversuch </strong>findet sich in diesem <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/gaffer-bei-suizidversuch-in-baden-baden-warum-machen-menschen-so-etwas-a-1161308.html" target="_blank">Interview von Eva Gemmer</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hunderte gafften auch, als ein Baby starb und die Mutter sagt später: „Ich kriege diese Leute nicht mehr aus dem Kopf“. Ein <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.stern.de/panorama/gesellschaft/gaffer-nach-einem-unfall---kriege-diese-leute-nicht-mehr-aus-dem-kopf--8428366.html" target="_blank">Artikel von Dominik Stawski</a>, erstmals veröffentlicht auf Stern.de&nbsp;am 4. November 2018, versucht, ihr eine Stimme zu verleihen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>VR und die Entwicklung einer „Empathie-Brille“</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Um <strong>VR als Empathie-Maschine</strong> geht es auf der <strong><a rel="noreferrer noopener" href="http://www.ard.de/home/ard/Virtual_Reality_und_360__Videos/3363414/index.html" target="_blank">ARD-Themenseite</a></strong> zu Virtual Reality</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über die Idee, per VR Räume zu schaffen, in denen Menschen einander „begegnen“ schrieb <strong>Matthias Bastia</strong>n den Artikel „<em><a href="https://mixed.de/warum-virtual-reality-und-die-vr-brille-nicht-asozial-sind/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Warum Virtual Reality und die VR-Brille nicht asozial sind</a></em>.“ Mixed.de 01.11.2016.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Videos, die erklären, worum es bei der Entwicklung einer Empathie-Brille geht, findet ihr ebenfalls im Netz</p>



<p class="wp-block-paragraph">zum Beispiel: <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.youtube.com/watch?v=M7T_u4" target="_blank">Experiencing Racism in VR</a> | Courtney D. Cogburn, PhD | TEDxRVA</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oder: <strong><a rel="noreferrer noopener" href="https://youtu.be/4hv2go4odc0" target="_blank">The Empathy Machine</a></strong> (Jason Silva)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und falls ihr wie ich auch gern mal weiter zurückgeht, wie solche Ideen entstanden sind, ist vielleicht dieser Artikel interessant, geschrieben über die Idee, <strong>ein elektrisches Auge zu schaffen, das „eine Hilfskraft des Menschen für den Frieden</strong>“ ist, denn es wird „die Soldaten begleiten und im gewöhnlichen Leben die Verbindung unter allen Gliedern der menschlichen Gesellschaft erleichtern“: <strong>Kloss, Albert:</strong> <em><a rel="noreferrer noopener" href="https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-0348-6037-6#about" target="_blank">Das elektrische Auge</a></em>. In: Von der Electricität zur Elektrizität. Ein Streifzug durch die Geschichte der Elektrotechnik, Elektroenergetik und Elektronik. Basel 1987, S. 243-256.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine literarische Vorlage findet sich in <a href="https://www.projekt-gutenberg.org/etahoff/sandmann/sandman3.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">E.T.A. Hoffmanns Erzählung „Der Sandmann</a>&#8222;.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Hintergründe zu Technologien und Forschungen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Falls ihr euch dafür interessiert, warum meine Protagonisten bestimmte Experimente durchführen und wie weit die Technik im wirklichen Leben bereits fortgeschritten ist, findet ihr in den folgenden Texten Hilfreiches und Wissenswertes:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über die <em><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.netdoktor.de/magazin/strom-fuer-die-augen/ . Juli 2016." target="_blank">Wechselstrom-Therapie bei Grünem Star</a></em> berichtet ein Beitrag von <strong>Dr. Andrea Bannert</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über die Technik <em>Digital Light Processing</em>, eine „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Projektion_(Optik)">Projektionstechnik</a>, bei der&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bilderzeugung">Bilder erzeugt</a>&nbsp;werden, indem ein&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Digitales_Bild">digitales Bild</a>&nbsp;auf einen Lichtstrahl aufmoduliert wird“ siehe den gleichnamigen <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Digital_Light_Processing" target="_blank">Wikipedia-Artikel</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim<strong> Search-coll-System </strong>wird eine Kontaktlinse mit einer Spule aus Draht auf das Auge gesetzt, die Augenbewegungen erzeugen dann induzierte Spannung.<strong> Kramme HG., </strong><em>Medizintechnik, Verfahren, Systeme, Informationstechnik</em><strong><em>.</em></strong>2007</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur <strong>Eye-Mind-Hypothese</strong>, der <strong>Analyse von Blickbewegungen</strong> und den <strong>Bewertung emotionaler Bilder</strong> sowie weiteren spannenden Studien der Universität Heidelberg, findet ihr hier Informatives:<strong> Prof. Dr. Joachim Funke:</strong> <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.uni-heidelberg.de/presse/ruca/ruca06-1/wenn.html" target="_blank"><em>Wenn Blicke sprechen</em>.</a> 2006.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Charles Russ’ Ausführungen und sein <a rel="noreferrer noopener" href="http://www.rexresearch.com/russ/russ.htm" target="_blank">Versuchsaufbau zum menschlichen Sehen</a>, das in der Lage ist, eine Bewegung zu steuern, findet ihr ebenfalls im Netz.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wikipedia </strong>erklärt, was es mit dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Brain-Computer-Interface" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Brain-Machine- oder Brain-Computer-Interface</a> auf sich hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die in China hergestellte U-Drohne, die als „<a rel="noreferrer noopener" href="https://mobilitymag.de/udrone-drohne-gedanken-steuern-bci/" target="_blank">mindgesteuerte“ Drohne </a>beworben wird, kann man ebenfalls im Netz bestaunen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Augmented Reality</strong> ist laut Microsofts XR-Chef Alex Kipman <a href="https://www.vdc-fellbach.de/nachrichten/2019/10/23/hololens-ingenieur-alex-kipman-ar-projektor-statt-einer-brille-ist-eine-option-fuer-innenraeume/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">bald auch ohne Brille oder mit Kontaktlinsen</a> realisierbar. (Ich schwöre, ich wusste nicht, dass der Mann Alex heißt.  )</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>VR-Linse oder gleich eine <a rel="noreferrer noopener" href="https://mixed.de/musks-neuralink-hirn-computer-interface-in-acht-bis-zehn-jahren-moeglich/" target="_blank">Schnittstelle zum Hirn</a></strong> – beides ist noch Zukunftsmusik, aber investiert und geforscht wird bereits reichlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Beispiel daran, ob es möglich ist, <strong>digitale <a rel="noreferrer noopener" href="https://mixed.de/forscher-zeigen-computerspiel-das-direkt-ins-gehirn-uebertragen-wird-update/" target="_blank">Informationen mithilfe von VR und einer Brain-Machine-Schnittstelle direkt ins Hirn </a>zu senden</strong>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wie verändern Medien unsere Wahrnehmung?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie verändern Medien unsere Wahrnehmung? Damit befasste sich <strong>Wolf-Rüdiger Wagener</strong> 2017 in seinem Aufsatz: „<em>Medien verändern unsere Wahrnehmung“</em> am <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.nibis.de/uploads/1chaplin/Medien%20ver%C3%A4ndern%20unsere%20Wahrnehmung.pdf" target="_blank">Beispiel der Momentfotografie</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Klassiker ist hier natürlich: <strong>Benjamin, Walter</strong> [1974]: <em>Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit</em>. Frankfurt am Main: Suhrkamp. Eine Besprechung findet ihr <a rel="noreferrer noopener" href="https://sabinewalther-bücher.de/das-kunstwerk-im-zeitalter-seiner-technischen-reproduzierbarkeit/" target="_blank">hier im Blog</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mark&nbsp;Changizi</strong>:&nbsp;Die Revolution des Sehens. Neue Einblicke in die Superkräfte unserer Augen (2012, engl. The Vision Revolution. How the latest research overturns everything we thought we knew about human vision) 2010. Eine Besprechung des Buches findet ihr <a rel="noreferrer noopener" href="https://sabinewalther-bücher.de/buchempfehlung-mark-changizi-die-revolution-des-sehens/" target="_blank">hier im Blog</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der Frage, was visuelle Kompetenz ist, befasst sich <a rel="noreferrer noopener" href="https://archiv.ub.uni-heidelberg.de/artdok/5712/1/Huber_Kein_Bild_kein_Ton_wir_kommen_schon_2003.pdf" target="_blank"><strong>Hans-Dieter&nbsp;Huber</strong>: „<em>Kein Bild, kein Ton? Wir kommen schon.“ Visuelle Kompetenz im Medienzeitalter</em>. In: Klaus Sachs-Hombach (Hrsg.) Was ist Bildkompetenz? </a>Studien zur Bildwissenschaft&nbsp; (2003).&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine fantastische <a href="http://www.m.medien-gesellschaft.de/html/geschichte_des_sehens.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Fundgrube zur Geschichte des Sehens</a> hat <strong>Klaus Wolscher</strong> auf seiner Website zusammengetragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In seiner Geschichte des Sehens und der Bildkultur schreibt Wolschner u.a. über das Missverständnis, dass das Auge wie eine Kamera funktioniere und die irrige Annahme, dass irgendwo in unserem Hirn Bilder existierten, die wir zuvor gesehen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich gilt: „Weder auf der Netzhaut noch im Gehirn gibt es Bilder, auch keine symbolischen Repräsentationen, sondern nur kurzzeitig gebildete und sich sofort wieder auflösende komplexe Aktivierungen im Netzwerk der Synapsen. Das Gedächtnis gleicht die einkommenden Seh-Eindrücke ab mit den Mustern früherer <em>Sinneseindrücke und ihren Interpretationen</em>. Jedes Kind muss das begreifende ‚Sehen‘ erst lernen, d.h. ein Bild-Gedächtnis anlegen, für das Erwachsene das sprachlich codieren, was vor Augen steht.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Heinz Buddemeier</strong>: <em>Das Foto. Geschichte und Theorie der Fotografie als Grundlage eines neuen Urteils.</em> Rowohlt 1987.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier geht es zu einem <strong>niederländischen Restaurant, in dem </strong><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.bndestem.nl/oosterhout/bij-timmy-s-komt-het-eten-tot-leven-3d-diner-in-raamsdonksveer~a0c2f8c5/?referrer=https://www.google.com/" target="_blank"><strong>nostalgische 3D-Dinner</strong> </a>angeboten werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie verändert der massive Umgang mit digitalen Medien unser Hirn und unsere Fähigkeit, Mimik und Gestik unseres Gegenübers zu verstehen? Der <strong>SWR </strong>hatte hierzu eine interessante Sendung im Programm, die aber leider nicht mehr abrufbar ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hirnforscher warnen, dass <strong>Hirnregionen, die Mimik und Gestik entschlüsseln, verkümmern</strong>, und zwar insbesondere dann, wenn Kinder und Jugendliche zu viel Zeit im Chat verbringen. Ursprünglich <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.swr.de/odysso/wie-digitale-medien-unser-gehirn-veraendern/-/id=1046894/did=10170532/nid=1046894/1aglyyl/index.html" target="_blank">unter diesem Link</a> zu finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><a rel="noreferrer noopener" href="http://raetsel-der-menschheit.info/118.html" target="_blank">Fixierendes Sehen, Augenfixation</a></strong>, „bei der das ‚<strong>Anstarren</strong>‘ eines Objekts die Augenmuskeln ermüdet und die Neigung, in Trance zu gehen, verstärkt“, ist eine von mehreren Methoden in der Hypnose und führt zu Veränderungen in Bewusstsein und Wahrnehmung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Zusammenhang zwischen Bewegung und Sehen und den <strong><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.dasgehirn.info/wahrnehmen/truegerische-wahrnehmung/wie-die-welt-den-kopf-kommt" target="_blank">Versuch des Gehirns, Veränderungen in der Verschiebung des Gesichtsfeldes auszugleichen</a></strong>, schreibt <strong>Ulrich Pontes</strong> im Artikel „<em>Wie die Welt in den Kopf kommt</em>“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbstversuche wurden natürlich auch schon übernommen, ich fand diesen hier zwar wenig überzeugend, aber immerhin endete er mit dem Ergebnis: Nature is wonderful: <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.youtube.com/watch?v=BGRY14znFxY" target="_blank">1 Woche in der virtuellen Welt</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Über wichtige <a href="https://books.google.de/books?id=9QbHN9V9elAC&amp;pg=PA78&amp;lpg=PA78&amp;dq=sehen+wir+an+der+kamera+monokular+oder+binokular&amp;source=bl&amp;ots=k5Ep_uyCuz&amp;sig=7-QXYpsvNcGiBbFtxS27zrJDQyA&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ved=0ahUKEwi5-PWg3bnYAhXNJlAKHXtmBokQ6AEIVzAI#v=onepage&amp;q=sehen%20wir%20an%20der%20kamera%20monokular%20oder%20binokular&amp;f=false" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Unterschiede in der Wahrnehmung/Bildentstehung von Auge und Kamera</a>: <strong>Karl-Heinz Braun und Konstanze Wetzel:</strong> <em>Sozialreportage. Einführung in eine Handlungs- und Forschungsmethode der Sozialen Arbeit</em>. Verlag für Sozialwissenschaften 2010, S.78f.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier geht es zu einem Artikel über die Frage,<a rel="noreferrer noopener" href="https://mixed.de/virtual-reality-es-wird-eine-gewaltige-kulturdebatte-geben/" target="_blank"> warum VR uns überfordert</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><br><br></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zur Geschichte und Theorie des Sehens</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Sehen ist ein Prozess, bei dem bestimmte Bereiche im Gehirn aktiviert werden müssen. Unsere Sinne sind an der Wahrnehmung ebenso beteiligt wie unsere Vorstellung, denn <strong>wir sehen nicht nur mit den Augen, wir wissen, dass und was wir sehen</strong>. Dazu:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wolf&nbsp;Singer</strong>: <em>Vom Gehirn zum Bewusstsein</em>. In:&nbsp;<a rel="noreferrer noopener" href="http://www.medien-gesellschaft.de/html/singer_bewusstsein.html" target="_blank">Der Beobachter im Gehirn</a> (2002). &nbsp;&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Frank Gonzalez-Crussi: Verbotene Blicke, schamloses Sehen. Das Auge und die Welt</strong><br>Aus dem Amerikanischen von Peter von Düffel. Berlin University Press, 2007.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Technologische Optimierung von Menschen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In „Biohacking: Forschen in der Garage“ berichtet Inka Reichert über die <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.planet-wissen.de/natur/forschung/gentechnik/biohacking-100.html" target="_blank">Bio-Hacking-Szene und ihren Traum, „Biomasse“ technologisch zu verändern</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Elektroenzephalografie" target="_blank">Steuerung von Maschinen mittels Gedankenübertragung</a> und zur Übertragung von Gedanken via Internet siehe den Wikipedia-Artikel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über die <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.zeit.de/2016/43/gefuehlserkennung-affektive-informationen-emotionen-analyse" target="_blank">Entwicklung „gefühlssensitiver Technik</a>“ schrieb Ulrich Schnabel den Artikel „<em>Die Vermessung der Gefühle</em>“ in „Die Zeit“ (online) vom 13. Oktober 2016.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer mehr erfahren möchte, gibt einfach mal das Stichwort „Transhumanismus“ in die Suchmaschine seines Vertrauens ein.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Sonstiges</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Manipulierte Porno-Videos: Menschen müssen aufhören, ihren Augen zu trauen</em>. Artikel von <strong>Bernd Graff</strong> in der Süddeutschen über die Software „Fakeapp“, die es ermöglich, <a rel="noreferrer noopener" href="http://www.sueddeutsche.de/digital/manipulierte-porno-videos-menschen-muessen-aufhoeren-ihren-augen-zu-trauen-1.3860602" target="_blank">Gesichter täuschend echt in Filme hineinzuretuschieren</a>. Süddeutsche online vom 12. <strong>Februar 2018</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Arte T<a rel="noreferrer noopener" href="https://www.arte.tv/de/videos/072427-003-A/homo-digitalis/" target="_blank">hemenseite über den „Homo Digitalis</a>“ und Sex mit Robotern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Charlie Chaplins <a rel="noreferrer noopener" href="https://genius.com/Charlie-chaplin-der-groe-diktator-rede-annotated" target="_blank">Rede in „Der große Diktator“</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Finden wir etwas „süß“, weil es uns an den Geschmack von Zucker und Honig empfindet? Oder haben wir die Empfindung der „Süße“ vom Geistigen auf etwas Materielles übertragen? Ein spannendes Gedankenexperiment, belegt an der Literatur des frühen Mittelalters findet sich in den Schriften <strong>Friedrich Ohlys</strong>: „<em>Geistige Süße bei Otfried</em>“, in: ders., Schriften zur mittelalterlichen Bedeutungsforschung, Darmstadt 1977.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bilder des lettischen Künstlers <strong>Jānis Ferdinands Tīdemanis</strong> findet ihr <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.invaluable.com/artist/tidemanis-janis-9g45j9tw17/sold-at-auction-prices/" target="_blank">auf dieser Seite</a>. Angabe zur Biografie finden sich in der <a rel="noreferrer noopener" href="https://fr.wikipedia.org/wiki/Janis_Ferdinands_Tidemanis" target="_blank">französischen</a> und der <a href="https://lv.wikipedia.org/wiki/J%C4%81nis_T%C4%ABdemanis" target="_blank" rel="noreferrer noopener">lettischen Wikipedia</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum geplanten<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialkredit-System" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> Social Scoring in China </a>findet ihr erste Informationen ebenfalls in der Wikipedia. In einem Blogbeitrag habe ich zudem bereits über die allzu wohlwollende Vorstellung dieses Systems in Bremen berichtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in meinen Beiträgen zum Thema „<a href="https://sabinewalther.eu/de/von-der-verschriftlichung-der-welt-zu-ihrer-codierung/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Verschriftlichung der Welt</a>&#8222;, die als Analogie zur Digitalisierung dienen, finden sich Hinweise, dass bereits der Prozess der Transformation von der mündlichen zur schriftgebundenen Gesellschaft mit der Dominanz des Sehens gegenüber dem Hören verbunden war.</p>
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